Je nach dem, um was es geht, für wen und aus welchem Wunsch heraus ein Essenzsymbol entstehen soll, ist mein Prozess immer ein bisschen unterschiedlich:
Die Essenz verkörpern: wortloses Gewahrwerden
Wenn eine (Seelen)Qualität gemalt werden möchte (z.B. Klarsicht, Mut, Neugierde), oder die Essenz einer bestimmten Sache (wie z.B. dem Wind, ein konkretes Angebot oder Ziel), dann lasse ich mir das Wort dazu auf der Zunge zergehen, lasse Assoziationen kommen und fühle:
- wo ich im Körper einen leichten Flow wahrnehmen kann. Wo etwas sitzt, sprudelt, klopft, fließt.
- wie es sich in mir ausbreitet, durch Herz oder Becken, nach oben, zu den Seiten, oder immer tiefer in meinen Kern?
- wie es mit mir in Beziehung geht, um mich herum, unter meinen Füßen, über mir, nimmt es mich an der Hand oder braucht es Abstand und Raum?
- wie ich präsenter werde, durch diese Essenz, wie ich mich in mir wieder ganz einrichte und klar werde, was dadurch in mir an Ort und Stelle rückt (entspannte Schultern, aufgerichtete Wirbelsäule, ein tiefer Atemzug?)
… und dabei zeichne ich die Linien, die ich während dieser Befühlungen „sehe“.
Ich frage mich diese Sachen nicht wirklich, es ist mehr so ein stilles, lauschendes, wortloses „Gewahrwerden“.
Was es braucht und was möglich wird
Manchmal ist das Symbol in wenigen Strichen völlig klar, manchmal „taste“ ich mich sozusagen ran. Beobachte, wie es sich entfaltet.
Das fühlt sich ein bisschen so an, wie Nebel zu lichten. So lange warmen Sonnenschein draufzustrahlen, bis sich zeigt, was wirklich da ist.
Währenddessen immer klarer zu erkennen, was es braucht, um diese Essenz ganz und gar fühlen und schließlich verkörpern zu können.
Und sobald ich ganz drin bin in dieser Essenz und kein Nebeltröpfchen mehr übrig ist: Was aus dieser Essenz heraus gelebt schließlich möglich wird.
Auch wenn ich damals noch nicht diese Worte hatte, das war der Anfang der Soul Codes: Als ich die Qualitäten gezeichnet habe, die mir wieder Kraft gegeben haben, während ich mich 2019 aus einer anstrengenden Erschöpfungsphase manövriert habe.
Und genauso sind sechs Jahre später auch die meisten Essenzsymbole für das Urkraft-Kartenset entstanden.
Im Fühlen und Lauschen auf das, was es braucht, um mich zu verwurzeln und was möglich wird, wenn ich verwurzelt bin:

Erfühlt und erkannt: Manchmal beginnt es doch mit der Frage
Wenn ich abends vor dem Zubettgehen in mein Skizzenbuch zeichne, dann hab ich nicht immer ein Wort oder etwas, das gerade eingefangen werden möchte. In solchen unwissenden Momenten beginne ich meistens mit einer Frage, die mich gerade bewegt.
Neulich habe ich zum Beispiel den Tag revue passieren lassen, ein Tag an dem ich eine sehr alte Herzenfreundin getroffen hatte, und so sind vier Essenzen tiefer schwesterlicher Freundschaft aufs Papier geflossen.
Manchmal fängt es auch mit der Frage an:
Was braucht es gerade?
Und manchmal, wenn es mir nicht so gut geht, auch: Was brauche ich gerade?
Und dann zeichne ich was da ist.
Ich folge den Empfindungen im Körper, meinen Impulsen, lasse die harten Stellen in mir weich werden, erforsche, was ich gerade sehen muss, um mich noch friedlicher zu fühlen.
Nach ein paar Minuten macht es „klick“
Zum Schluss kommt mir meistens noch ein Satzfetzen in den Sinn. Es kann gut sein, dass ich erst mit diesen Worten so richtig erkenne, was da gerade passiert ist.
Über die Wochen hinweg, ergeben sich daraus wiederkehrende Muster in den Themen, ich entdecke Symbole, die zusammengehören oder sich gegenseitig verstärken oder ergänzen.
Und schließlich entstehen aus dieser abendlichen Praxis dann neue Serien mit leuchtenden Essenzsymbolen, die raus in die Welt wollen, um noch andere Menschen zu stärken.
Zu zweit zelebriert: Die heimliche Anleitung zum Seele leben
Wenn ich die Essenz für eine Auftraggeberin male, für sie persönlich, für einen vielschichten Herzenstraum oder als Wirksymbol für ihre Arbeit, ist der Prozess nochmal anders:
Da besprechen wir erstmal so ganz gemütlich, was sie sich wünschst, woran sie das Symbol erinnern soll, welche Essenz es für sie halten soll.
Und dann wird es richtig schön: Wir treffen uns zu einer „Fühlsession“, während der wir gemeinsam befühlen, wie es ist, diese leuchtende Person zu sein, die ihr Leben in voller Präsenz lebt, die da ist und leuchtet und schöpft – Zweifel und alte Trauer dürfen auch da sein – wie sie verwirklicht und erschafft, wofür sie hier ist.
Das Wunderbare daran
Während der Fühlsession tauchst du so richtig ein in dein Lebensglück, beobachtest, wie es sich im Körper anfühlt, wie du es groß machst und wo es vielleicht einen tieferen Atemzug oder einen kleinen Schüttler braucht, um noch freier zu fließen.
Dein Herz ist weit und wir schwelgen zusammen in deinem Zauber.
Manche erzählen mir noch Jahre später, dass sie seitdem genau wissen, dass sie HIER sind. Als SIE. Und sie diese Gewissheit nie mehr ganz verlieren können. Dass ihr Kunstwerk seither ihre heimliche Anleitung zum Seele leben ist.
Ich glaube ja, das liegt daran, weil wir zu zweit sind und es keine Agenda gibt.
Damit das Kunstwerk entstehen kann, gibt es nämlich nichts zu tun
Außer zusammen so richtig doll im Glück zu schwelgen.
Du musst nichts heilen, nichts werden, nichts finden oder beweisen.
Deine Essenz gibt es ja schon.
Wir erlauben uns einfach nur mal zusammen zu erfühlen, wie sie sich dir in dieser Lebensphase zeigen mag, damit du sie sofort erkennst und noch viel mehr leben kannst.
Auf diese Erfahrung kannst du immer wieder bauen.
Du weißt, dass sie wirklich passiert ist, denn ich war ja auch dabei und hab es gesehen. Du hast Dir diese innere Kraft, dieses Leuchten und deinen Flow nicht eingebildet, wir haben ihn beide so richtig doll gefühlt, gesehen, benannt, drin gebadet.
Spätestens, wenn du das fertige Essenzsymbol zum ersten Mal siehst, weißt du es.
Es zeigt dir, wie du
- den Fluss wieder zulässt
- mitten in einem schwierigen Gespräch wieder Raum bekommst
- wieder klar siehst, wenn du morgens nicht weißt, wo du anfangen sollst
- und wie du loslassen kannst, was sowieso nie deins war, und dir stattdessen die Lebensliebe ins Herz zurückholst.
Und dann ist sie wieder da. Die pure leuchtende Essenz.
Und mit ihr die Kraft, den nächsten wichtigen Schritt zu wagen.